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1992

6. – 9. Juni – Ausflug in die Wildschönau/Tirol​

Über 120 Personen haben sich zu dem Ausflug nach Tirol angemeldet. Es sind vier herrliche und gelungene Urlaubstage, welche sieben Vorstandsmitglieder bei der Vorfahrt vom 27. bis zum 29. März auf eigene Kosten organisiert und vorbereitet haben. Zu schnell vergehen diese Tage, bei denen insbesondere der Jagertee am ersten Tag einen denkwürdigen Auftakt bildet.

13. September – Schicksalsschlag beim Gruppensingen​

Das Gruppensingen findet 1992 in Heilberscheid erstmals nach einem neuen Modus statt. Es werden vier Gruppen gebildet, nach deren Gesamtvortrag jeweils direkt die Kritik erfolgen soll.

Als erster Chor der II. Gruppe beginnt die „Frohe Stunde“ mit dem Spiritual „Soon, ah will be done“ von William L. Dawson. Nach der letzten Zeile, „...i´m goin, to live with God...“ (sinngemäß übersetzt: „... ich gehe, um mit Gott zu leben...“), erleidet unser aktiver Sänger Alfred Malm mit dem strahlenden Schlussakkord des Liedes einen Herzinfarkt und verstirbt.

Angesichts der sofort eingeleiteten Rettungsmaßnahmen und der allgemeinen Bestürzung unter allen anwesenden Sängern entschließen sich Kritiker (Arthur Groß) und Gruppenvorstand, das Gruppensingen insgesamt abzubrechen.

Die Ereignisse vom 13. September 1992 bewegen noch lange die Gemüter bei den Sängern der „Frohen Stunde“. Als bei einem Konzert in Niederelbert im Oktober des gleichen Jahres vor dem Auftritt des Vereins (mit Vizechorleiter Christoph Weimer) auf der Bühne mit lautem Getöse ein Instrument zu Boden stürzt, ist keiner der kreidebleichen Sänger fähig sich zu rühren.

Ganz im Sinne des Verstorbenen legt Chorleiter Wolfgang Diefenbach das „Soon, ah will be done“ jedoch nicht zur Seite, sondern feilt es soweit aus, dass es – ohne überheblich klingen zu wollen – wohl von kaum einem Laienchor unseres Zuschnittes in gleicher Präzision vorgetragen wird. Diese Lied wird fast zum Markenzeichen der „Frohen Stunde“ und bringt eine Fülle von Preisen, Lob und Anerkennung ein. Noch heute kommt es regelmäßig zur Aufführung, sicherlich auch immer ein klein wenig auch im Gedenken an unseren treuen Sänger Alfred Malm.

6. November – Operngala der „Frohen Stunde“ in der Stadthalle Montabaur​

Mit dem staatlichen Symphonieorchester aus Königgrätz im heutigen Tschechien haben sich erneut musikalische Gäste von internationalem Rang und Format bei der „Frohen Stunde“ angesagt. Eine imposante Operngala, die jeweils einen Tag später im hessischen Dettingen und in der Heimatgemeinde unseres Chorleiters Wolfgang Diefenbach (Niedernhausen im Taunus) unter Mitwirkung der „Frohen Stunde“ wiederholt wird, findet nicht nur eine begeisterte Presse („imponierend monumentales Konzert mit unvergänglichen Melodien“), sondern auch überschwängliche Publikumsreaktionen, so dass der Schriftführer – nicht ohne Stolz, aber auch mit Fug und Recht – von einem Höhepunkt der Vereinsgeschichte spricht.

Es spinnen sich viele private Kontakte zwischen unseren Sängern und den Musikern, insbesondere während des inoffiziellen Teils nach dem Konzert in Montabaur.

„Bei Oschels“ (Im „Lindenhof“) ist man zunächst schon traurig, als sich etliche der Gäste recht früh verabschieden. Umso größer ist dann aber die Freude, als die derart Vermissten schon nach kurzer Zeit wieder zurückkehren, ihre Instrumente auspacken und beste böhmische Blasmusik intonieren, zu deren Klängen bis spät in die Nacht gefeiert wird.

Dass wir in Tschechien gute Freunde gefunden haben, beweist die Tatsache, dass zwischen vielen Orchestermitgliedern drüben und Sängern der „Frohen Stunde“ hüben noch ein angeregter Schriftwechsel läuft. Auch dies ein Beispiel gelebter Völkerverständigung.

Unvergessen im Übrigen auch, wie sich die Sopranistin Heike Theresa Terjung nach dem Konzert in der Autalhalle in Niedernhausen auf den Tresen schwingt und unter dem Beifall – insbesondere der älteren Sänger – das Vilja-Lied schmettert.

29. Dezember – Ständchen zum 90. Geburtstag von Lehrer Hildebrandt​

Erstmalig in der Vereinsgeschichte bringt die „Frohe Stunde“ ein Ständchen zum 90. Geburtstag eines Ehrenmitgliedes. Jubilar ist der ehemalige Dorflehrer Willi Hildebrandt (zu diesem Zeitpunkt wohnhaft in Höhr-Grenzhausen), der sich im Besonderen um die Theaterprojekte während seiner Dienstzeit in Weroth verdient gemacht hat.


Was passierte 1992 sonst noch...​

  • 3. April – Ernennung von Josef Pörtner II zum Ehrenvorsitzenden, anlässlich des Ständchens zu seinem 70. Geburtstag
  • 1. Platz beim Volleyballturnier anlässlich der Sportwoche der Spvgg.
  • 28. September - Tod unseres langjährigen Vize-Chorleiters Josef Malm aus Steinefrenz
  • 22. November - Gruppensingen in Heiligenroth