1993
19. März – Außerordentliche Aktivenversammlung
Anlass für eine außerordentliche Versammlung der aktiven Sänger ist zum einen der erneut rückläufige Probenbesuch, trotz der geplanten Wettstreite. Natürlich „geloben die Anwesenden Besserung“, so dass dieser Punkt recht schnell abgehandelt ist.
Ein zweiter Punkt lässt sich nicht so schnell regeln, nämlich die Tatsache, dass der Chorleiter zu dem eigenen Konzert im November nicht zur Verfügung steht und sich darüber hinaus auf Dauer außerstande sieht, Termine fest zuzusagen.
An dieser Aussage entzündet sich eine rege Diskussion und der 1. Vorsitzende wird schließlich beauftragt, mit dem Chorleiter einen Gesprächstermin zu vereinbaren. Es soll Klarheit darüber geschaffen werden, wie sich Herr Diefenbach bei dieser Ausgangslage grundsätzlich die weitere Chorarbeit vorstellt. Erste Zweifel werden laut, ob auf dieser Basis überhaupt eine weitere Zusammenarbeit möglich ist.
6. Juni – Wettstreit in Hillscheid
Klasse M 1 Konkurrenz: „Rheinperle“ Weis (65 Sänger, Chorl.: E. Ellerich)
Gemeldete Sängerzahl: 50 Chorl.: W. Diefenbach
Chor A: In Catilinam v. Jan Novak Chor B: Versus memoriales v. C.F. Zelter Volkslied: Dana-dana v. Lajos Bardos
Alle ersten Preise unter den kritischen Ohren des Wertungsrichters Arnold Kempkens sind Beweis erstklassiger Arbeit des Chorleiters, angesichts eher negativer Vorzeichen (sprich Probenbesuch) von Seiten des Chores.
11. Juli – Volksliederwettbewerb in Ruppach-Goldhausen
Klasse 3 Konkurrenz: Liedertafel Hellenhahn (45 Sänger, Chorl.: F.J. Kexel) Eintracht Dorndorf (49 Sänger, Chorl.: R. Born) Diana Vallendar (45 Sänger, Chorl.: K. Weber)
Gemeldete Sängerzahl: 44 Chorl.: W. Diefenbach
Volkslied A (aufgg.): Abendglocke v. F. Silcher Volkslied B: Dana-dana v. L. Bardos Volkslied C: Liebeslied im Garten v. A. Dvorak
Auch der letzte Auftritt mit Chorleiter Wolfgang Diefenbach in der Männerchorklasse eines Wettbewerbes wird zum Publikumserfolg, den die Wertungsrichter Frank Sittel und Gerhard Zellmann mit allen ersten Preisen belohnen.
Erstmals in seiner Geschichte tritt der Männergesangverein „Frohe Stunde“ Weroth auch in der gemischten Chorklasse an. Zusammen mit den Frauen von „Le Courage“ hat man sich intensiv auf das Experiment vorbereitet und sogar ein „Trainingslager“ besucht. Insbesondere das Werk von J.D. Link „Auf einem Baum ein Kuckuck...“ verlangt den Beteiligten der Chorfreizeit in Oberjosbach (am 12. Juni) Einiges ab. Stolzer Lohn der Bemühungen sind auch hier vier erste Preise (wobei der Dirigentenpreis mit Jürgen Faßbender geteilt wird).
Klasse 1 Konkurrenz: „Cäcilia“ Meudt (46 Sänger/innen, Chorl.: Hugo Schuth) 1846 Bad Camberg (90 Sänger/innen, Chorl.: J. Faßbender)
Gemeldete Sängerzahl: 90 Sänger/innen Chorl.: W. Diefenbach
Volkslied A (aufgg.): Jungfrau, dein schön Gestalt v. Hans-Leo Haßler Volkslied B: Auf einem Baum ein Kuckuck v. J.D. Link Volkslied C: Sommerlied v. R. Schumann
Wesentlichen Anteil am Gelingen des Experimentes hat sicherlich auch hier Chorleiter W. Diefenbach. Aber auch und gerade der Einsatz der Sängerinnen und Sänger ist angesichts der ungewohnten Probenarbeit immens und nicht hoch genug einzuschätzen. Entsprechend fällt der Empfang vor dem Vereinslokal aus, bei dem sich die in der Frauenchorklasse ebenfalls siegreichen Damen von „Le Courage“ anschließen und mithelfen, dass erste Fass Freibier in Windeseile (50 Liter in dreizehn Minuten) und ebenfalls rekordverdächtig zu leeren.
Dezember – Ende der Ära Diefenbach
Auch die Erfolge des Sommers können nicht verhindern, dass die Ära Diefenbach zu Ende geht. Die finanziellen Vorstellungen des Chorleiters für eine weitere Zusammenarbeit stehen in einem deutlichen Missverhältnis zur monetären Leistungsfähigkeit des Vereins. Mangelnde Verfügbarkeit für die alltäglichen Belange der „Frohen Stunde“ außerhalb der Wettbewerbe, Chor- und Orchesterkonzerte verschärft die Situation.
Als der Vorstand dies auf den Punkt bringt, entscheidet sich Wolfgang Diefenbach, den Chor zu verlassen. Mit einem „Das war´s dann wohl... “ an die verdutzten Sänger, nach einem Gespräch mit dem geschäftsführenden Vorstand vor Beginn der Gesangstunde, verlässt er ohne ein weiteres Wort nach 16 Jahren und 4 Monaten erfolgreicher Tätigkeit ziemlich unspektakulär die Weröther Bühne.
Die „Frohe Stunde“ hat gleichwohl ihrem Chorleiter Wolfgang Diefenbach sehr viel zu verdanken. Mit seiner Arbeit hat er im Chor und darüber hinaus neue Maßstäbe gesetzt. Sein Wirken ist mit der positiv leistungsorientierten, musikalischen Entwicklung der „Frohen Stunde“ untrennbar verbunden. Außer Jakob Reusch hat kein anderer Chorleiter die „Frohe Stunde“ so lange und nachhaltig geprägt. Mit dem Abtritt von Wolfgang Diefenbach geht eine Ära innerhalb der „Frohen Stunde“ zu Ende.
Was passierte 1993 sonst noch...
- 9. Juli – Freundschaftssingen in Leuterod in Chorgemeinschaft mit „Le Courage“ als Generalprobe für den Wettstreit in Ruppach-Goldhausen.
- 25. Juli – 2. Platz beim Volleyballturnier der Sportwoche
- 27. August – Kommers zum 25-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Weroth
- 19. September – Gruppensingen in Großholbach
- 9. Oktober – Konzert in Hübingen erstmals mit Vizechorleiter Jürgen Theis
- 17. November – Konzert in Frickhofen